Buddenbrooks - Verfall Einer Familie - Ein Roman, Vier Verfilmungen

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1. Einleitung

Buddenbrooks: Verfall einer Familie (1901) ist das früheste Werk Thomas Manns und gilt heute als der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung. Er erzählt vom allmählichen, sich über vier Generationen hinziehenden Niedergang einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und illustriert die gesellschaftliche Rolle und Selbstwahrnehmung des hanseatischen Großbürgertums in den Jahren von 1835 bis 1877.

Der Roman berichtet jedoch nicht nur vom Ende einer Familie, noch bezeichnet er bloß das Ende der literarischen Überlieferung, von der er selbst ein letztes großes Beispiel ist. Vielmehr weist er auch auf die schöpferischen Kräfte hin, die der Zusammenbruch der alten Ordnung freisetzt. Deshalb ist auch die solide Ordnung der dargestellten Welt weit davon entfernt, antiquitiert zu sein.

Als Vorlage der Handlung diente Thomas Mann seine eigene Familiengeschichte. Schauplatz des Geschehens ist seine Heimatstadt Lübeck. Ohne dass der Name der Stadt ausdrücklich erwähnt wird, sind viele Nebenfiguren nachweislich literarische Porträts von Lübecker Persönlichkeiten jener Zeit.

Die Buddenbrooks sind bisher viermal verfilmt worden: 1923 in einem Stummfilm von Gerhart Lamprecht, 1959 in einem Spielfilm von Alfred Weidenmann, 1979 von Hans-Peter Wirth in einer 11- teiligen, überaus erfolgreichen Fernsehserie und schließlich 2008 in einem Kinofilm von Heinrich Breloer.

2. Der Spielfilm von Alfred Weidenmann (1959)

Thomas Manns Wunsch war es, die zweite Verfilmung der Buddenbrooks als ein gesamtdeutsches Projekt zu realisieren, was aber durch die Ablehnung Bonns vereitelt wurde (mit Hinweis auf die Gefahr kommunistischer Infiltration). Schließlich wurden die Filmrechte zweimal, an Ost und West, vergeben. Der Film wurde jedoch nur in Westdeutschland inszeniert, finanziert von der Filmaufbau GmbH Göttingen. Thomas Manns Tochter Erika Mann arbeitete am Drehbuch von Harald Braun und Jakob Greis mit. Alfred Weidenmann entschied sich dafür den Film in zwei Teilen mit einer Gesamtlänge von 206 Minuten zu realisieren, wobei der erste Teil mit der Abreise Thomas’ nach seiner Hochzeit endet. Teil zwei eröffnet mit Hannos Geburt, der seltsamerweise vor seinem Vater stirbt, und endet wie der Roman mit der Auflösung der Familie. Weidenmann überspringt eine Generation und setzt mit seiner Geschichte nicht 1835, sondern erst zehn Jahre später ein. Besonders im zweiten Teil weicht er an einigen Stellen deutlich von der literarischen Vorlage ab, was natürlich damit zusammenhängt, dass Weidenmann den langen Roman zwangsläufig kürzen musste, um die komplexe Handlung in einem Spielfilm unterzubringen. So fehlen wesentliche Komplexe wie Thomas’ Schopenhauer-Lektüre oder Gerdas Affinität zur Musik Wagners. Mit damaligen Filmstars wie Hansjörg Felmy (Thomas) und Liselotte Pulver (Tony) prominent besetzt, wurde der Film ein großer Erfolg beim Publikum, konnte die Kritik allerdings nicht überzeugen. Die schauspielerischen Leistungen sind, mit der Ausnahme von Hanns Lothar als Christian, sehr dürftig und lassen den Film durch die konventionelle und glattpolierte Inszenierungsweise zu einem Unterhaltungsfilm ohne künstlerischen Anspruch werden.

3. Die Fernsehserie von Franz Peter Wirth (1979)

Schon vom Ansatz her ist Franz Peter Wirths Adaption der Buddenbrooks vielversprechender als die beiden vorangegangen Versuche. Daher hat sich Wirth auch in der Konzeption seines Drehbuchs, das er gemeinsam mit Bernd Rhotert verfasst hat, dafür entschieden die äußere Form der Buddenbrooks beizubehalten. Die Serie umfasst elf Teile mit einer Länge von jeweils 60 Minuten. Aufgrund der Tatsache, dass die Teile in Thomas Manns Romanvorlage unterschiedlich lang sind und mal mehr, mal weniger Inhalt transportieren, ergeben sich in der Serie geringfügige Verschiebungen. Der wohl auffälligste Vorteil einer Serie zu den Buddenbrooks gegenüber einem Spielfilm ist der längere Zeitraum, in dem der Zuschauer die Geschichte erzählt bekommt. So kann einer der wesentlichen Charakteristika des Romans, nämlich seine Länge und die dementsprechende Dauer des Lesens, ins filmische übertragen werden. Auf Seiten der Darsteller fällt Armin Pianka besonders positiv auf, seine Darstellung Thomas Buddenbrooks ist sehr überzeugend. Auch Claudius Kracht (Christian) und Melanie Pianka (Tony) verkörpern ihre Rollen sehr gelungen, im Gegensatz zu Liselotte Pulvers Darstellung der Tony in Weidenmanns Spielfilm erscheint Melanie Piankas Besetzung geradezu als Geniestreich.

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